Der Vitakt-Blog

Gedanken, Ideen, Anregungen

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Der Vitakt-Blog | 19.12.2019

Warum die Liebe blind ist...

Besinnliches nicht nur zur Weihnachtszeit

Der Wahnsinn und die Liebe

Eines Tages lud der Wahnsinn seine Freunde zum Spielen ein. Alle Freunde versammelten sich im Garten des Wahnsinns. Der Wahnsinn schlug vor, Verstecken zu spielen.
"Wie wird das gespielt?“, fragte die Neugier. "Ich zähle bis hundert", sagte der Wahnsin. "In dieser Zeit müsst ihr euch verstecken. Wenn ich zu Ende gezählt habe, beginne ich mit dem Suchen. Wen ich als Erstes finden werde, der ist der Verlierer und muss uns dann suchen." Alle spielten mit, außer der Angst.
"1, 2, 3", zählte der Wahnsinn.

Der Eifer versteckte sich rasch hinter einem Baum. Die Schüchternheit, scheu wie immer, versteckte sich hinter einem Strauch. Die Freude lief in die Mitte des Gartens und versteckte sich hinter dem Strauch, der am schönsten blühte. Die Traurigkeit begann zu weinen, weil sie kein Versteck zu finden glaubte, dann versteckte sie sich hinter einem Stein. Der Zweifel suchte und suchte und kein Versteck war ihm sicher genug. Das Verlangen begleitete den Triumph und versteckte sich in der Nähe hinter einer Mauer. Und alle anderen Freunde versteckten sich ebenfalls.

Der Wahnsinn zählte weiter. Der Zweifel war verzweifelt, weil er hörte, dass der Wahnsinn bereits bei neunundneunzig war. "Hundert!" rief der Wahnsinn. "Ich suche jetzt!"

Als Erstes fand er die Neugier. Sie trat aus ihrem Versteck, weil sie viel zu neugierig war. Dann fand er den Zweifel hinter einem Gartenzaun. Er fand die Traurigkeit, die Schüchternheit und alle anderen. Aber: "Wo ist die Liebe?", fragte die Neugier.

Der Wahnsinn suchte die Liebe überall, in allen möglichen Verstecken, die der Garten zu bieten hatte, aber er fand sie nicht. Sie kauerte hinter einem Rosenstrauch, der den Schädlingen zum Opfer gefallen war. Der Wahnsinn suchte unter dem Holz, im Geäst und kletterte durch das Gestrüpp. Plötzlich hörte er einen Schrei. Es war die Liebe, die schrie, weil ein Dorn sie ins Auge stach. Der Schmerz war groß und die Liebe jammerte, dass sie nichts mehr sehen könne.

Der Wahnsinn wusste nicht, was er tun sollte. Er entschuldigte sich, flehte die Liebe an, ihm zu verzeihen. Er versprach ihr, für immer an ihrer Seite zu bleiben und ihr überall hin zu folgen.
Die Liebe nahm die Entschuldigung an.

Seitdem ist die Liebe blind und der Wahnsinn weicht nicht mehr von ihrer Seite und folgt ihr in alle Herzen.

Donata Frank, ©zeitlos