Der Vitakt-Blog

Gedanken, Ideen, Anregungen

Was passiert bei unserer täglichen Arbeit? Was gibt es Neues bei Vitakt? - Mit unserem Vitakt-Blog möchten wir Euch teilhaben lassen an Alltäglichem und Besonderem, an Schönem und Kuriosem, an Ernstem und Fröhlichem, an allem, was im Alltag kaum Zeit findet und dennoch berichtenswert ist. Habt auch Ihr Wünsche und Anregungen für unseren Blog? Schickt uns gerne eine E-Mail. Wir freuen uns! :)

26.07.2019

"Was hat sich beim Vitakt-Basis im Laufe der Jahre geändert?"

Der Wandel von analoger zu digitaler Technik

Im letzten Blog-Beitrag hatten wir erklärt, was die Vorteile eines Stahlgehäuses bei einem Vitakt sind. Während es äußerlich am Vitakt-Basis-System kaum Veränderungen gegeben hat, gilt das nicht für das „Innenleben“.

Das Festnetz ist Vergangenheit

Zu Beginn der 90er-Jahre gab es ausschließlich analoge Festnetzanschlüsse. Seitdem hat sich sehr viel verändert. Heute gibt es neben der Telekom zahlreiche Telefonanbieter und die Wahlmöglichkeiten bei den Telefonanschlüssen haben sich enorm vergrößert. Neben dem reinen Telefonanschluss kann man heute auch noch Internet über DSL/VDSL/Glasfaser dazu bekommen oder über den Kabelanschluss telefonieren. Auch Telefonboxen mit einer eingebauten SIM-Karte, an die das Telefon des Kunden angeschlossen werden kann, sind immer häufiger anzutreffen. Allen diesen Anschlussvarianten gemein ist, dass sie auf digitaler Technik basieren.

Erster Anbieter eines VoIP-fähigen Hausnotrufsystems

Die GS electronic GmbH, die die Vitakt-Hausnotrufsysteme entwickelt und baut, hat sich frühzeitig darauf vorbereitet, dass es eine Umstellung von analoger auf digitale Technik geben wird. Bereits 2011 wurde daher das Vitakt-Basis auf den Markt gebracht, das mit der digitalen Technik funktioniert. Diese ist auch unter dem Begriff VoIP (Voice over Internet Protocol) oder auch NGN (Next Generation Network) bekannt. Letzterer Begriff bezeichnet die Netzwerktechnologie, die die alten (analogen) Telefonnetze abgelöst hat. Vitakt Hausnotruf war der erste Anbieter, der ein derartiges Gerät auf den Markt gebracht hat. Dadurch waren wir bereits vor der Umstellung der Telekom von Festnetz auf VoIP auf diesen Schritt vorbereitet und die meisten der angeschlossenen Vitakt-Basis-Systeme verfügten zu diesem Zeitpunkt bereits über die digitale Technik.

Unbegrenzt anschlussfähig

Das Vitakt-Basis kann heute (Stand Juli 2019) mit allen bekannten Telefonanschlüssen von allen Telefonanbietern verbunden werden. Wird der Telefonanschluss über einen Router oder eine Telefonbox bereitgestellt, wird das Vitakt-Basis daran angeschlossen. Dazu wird in einigen Fällen ein Adapter benötigt. Dieser liegt seit drei Jahren allen Vitakt-Basis-Geräten (kostenlos) bei.

Steter Anpassungsprozess an sich verändernde Technik

Die Entwicklung von Routern und anderem Zubehör bleibt nicht stehen. Die Technikhersteller und die Telefonunternehmen bringen ständig neue Modelle auf den Markt. Unsere Technikabteilung bestellt dann diese Modelle, um zu prüfen, ob sie mit dem Vitakt-Basis kompatibel sind. Gegebenenfalls werden dann die Einstellungen innerhalb des Vitakt-Basis so verändert, dass sie damit verbunden werden können. Das ist auch einer der Gründe, warum wir lagernde Geräte, die länger als ein halbes Jahr nicht im Einsatz waren, zu uns zurückholen. Das gilt auch für Geräte, die länger als ein halbes Jahr bei einem Vitakt-Partner gelagert haben und in dieser Zeit nicht zum Einsatz gekommen sind. Auch diese lassen wir nach Rücksprache mit dem Vitakt-Partner abholen. Der Zeitraum hört sich sehr kurz an, aber aufgrund der schnellen Veränderungen im Telefonbereich muss das so sein. Denn wir möchten gewährleisten, dass unsere Geräte immer auf dem neuesten Stand der Technik sind.

Fragen zum Anschluss des Vitakt-Basis? Unsere Technik-Hotline hilft!

Wenn Sie Vitakt-Partner sind, haben Sie wahrscheinlich auch schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Sie mit unserer Technik Hotline wegen des Anschlusses an einen Router oder wegen anderer Fragen telefoniert haben. Wir hoffen, dass Sie dann ebenfalls die Erfahrung gemacht haben, dass unsere Techniker trotz der großen Zahl an unterschiedlichen technischen Konstellationen nahezu in allen Fällen eine Lösung anbieten konnten und das Vitakt-Hausnotrufsystems danach angeschlossen werden konnte. Manchmal wünschen wir uns die Zeiten zurück, wo die Voraussetzungen in allen Haushalten gleich waren und ein Vitakt-Basis so einfach zu installieren war, wie heute ein Vitakt-Vario.

Das Thema des nächsten Blogs wird sein, warum das Trinken von Wasser so wichtig ist und was wir dafür tun, um unsere Vitakt-Kunden dazu zu motivieren.

28.06.2019

„Hallo Vitakt!“

Warum ist das Gehäuse des Basis-Geräts aus Stahl?

Das Vitakt-Basis: Außen Tradition, innen mit Innovation!

Gelegentlich werden wir von Vitakt-Partnern gefragt, warum das Gehäuse unseres Vitakt-Basisgerätes aus Stahl ist. „Wäre Kunststoff nicht vielleicht besser?“ lautet dann oft eine Überlegung.

Wir sagen: Nein, denn Kunststoffgehäuse

1. sind nicht so hygienisch zu reinigen,
2. sehen nach geraumer Zeit nicht mehr schön aus (Sonne, Zigarettenrauch),
3. weisen Risse durch kleinere oder größere Stürze/ Stöße auf,
4. tragen zu erhöhter Umweltbelastung bei.

Gute Gründe für Stahl!

Schon 1993 wurde das Vitakt-Basis-Gehäuse von Plastik auf Stahl umgestellt und ist seitdem „äußerlich“ nahezu unverändert. Für das Gehäuse aus Stahl gibt es viele gute Gründe, denn unsere Erfahrungen und auch Gespräche mit anderen Hausnotrufanbietern haben gezeigt, dass Kunststoffgehäuse Nachteile aufweisen, die sich erst nach längerer Nutzungsdauer herausstellen: So kann es bei starkem Lichteinfall (Sonne) ausbleichen, es weist Benutzungsspuren auf und verfärbt sich.

Vitakt-Hausnotrufgeräte werden – nachdem sie zu uns zurückkommen - sehr gründlich gereinigt. Das ist in dieser Form prinzipiell nur mit Stahl möglich! Sie sind danach hygienisch in einem einwandfreien Zustand. Der nächste Vitakt-Kunde, der mit diesem Vitakt-Gerät und dem Notrufknopf versorgt wird, erhält ein frisches System, das gewartet und mit aktuellster Hard- und Software ausgerüstet auf den neuesten Stand gebracht wurde, wenn es unser Haus verlässt.

Schwergewichte, aber mit Herz und Köpfchen!

Größe und Standfestigkeit unserer Geräte haben schon bei der Entwicklung eine entscheidende Rolle gespielt: Da Vitakt immer später einzieht als das Haustelefon, war es für uns sehr wichtig, dass jedes Haustelefon darauf Platz finden muss! Ladestationen von schnurlosen Telefonen bis hin zu Telefonen für Sehbehinderte werden lediglich um 4 cm erhöht und können am gewohnten Platz stehen bleiben.

Die Tatsache, dass Stahl sehr robust, stabil und vor allem auch schwerer als Kunststoff ist, schützt unsere Systeme und damit auch unsere Kunden zusätzlich: Die Geräte haben einen sicheren Stand und können nicht so schnell hinunterfallen. Und selbst wenn ein Vitakt-Gerät versehentlich von einem Möbelstück stürzen sollte, so bleibt es in der Regel völlig unbeschädigt und kann einfach wieder aufgestellt werden.

Ein indirekter, aber wichtiger Pluspunkt, der zusätzlich für ein Stahlgehäuse spricht, ist die Recyclingfähigkeit und somit auch der Umweltschutz: Mit einem Stahlgehäuse können Vitakt-Hausnotrufsysteme wesentlich häufiger in den Wiedereinsatz gebracht werden als ein Hausnotrufsystem aus Kunststoff. So sparen wir wertvolle Ressourcen und schonen damit nachhaltig die Umwelt.

Doch damit nicht genug: Optimal hören und gehört werden durch gute Akustik!

Einen weiteren wichtigen Vorteil bietet das Stahlgehäuse in Verbindung mit seiner Größe: Sie ermöglicht eine ausgezeichnete und vor allem wesentlich bessere Akustik, als es bei den kleineren Kunststoffgehäusen der Fall ist, da ein relativ großer Lautsprecher in unser Gehäuse eingebaut werden kann. So ist der Vitakt-Kunde in der Lage uns optimal zu hören und mit dem Mitarbeiter in der Vitakt-Serviceleitstelle zu kommunizieren. Das kommt besonders in Verbindung mit der Möglichkeit zum Tragen, dass wir als einziger Hausnotrufanbieter die Lautstärke des Lautsprechers per Tastendruck bis auf das Siebenfache erhöhen können. Zudem kann das Mikrofon durch die Mitarbeiter in der Serviceleitstelle um den siebenfachen Faktor empfindlicher gestellt werden.

Zusammengefasst ergeben sich also viele Argumente für die Nutzung von Stahl:

  1. Die Vitakt-Geräte sind leicht und vor allem hygienisch zu reinigen.
  2. Sie sehen beim Wiedereinsatz frisch und neuwertig aus.
  3. Kleinere und größere Stürze/Stöße werden abgefangen und richten keinen großen Schaden an.
  4. Die Standfestigkeit des Stahlgehäuses ermöglicht eine erhöhte Sicherheit für den Vitakt-Kunden und einen flexiblen Standort für Haustelefone.
  5. Ein Stahlgehäuse bietet viel Raum für optimale Akustik.
  6. Vitakt-Geräte sind wiederverwendbar und damit recycelbar.

Außen mit Tradition, von innen mit Innovation!

Obwohl sich unser Vitakt-Basis-System äußerlich kaum verändert hat, so hat es im Inneren im Laufe der Jahre technische Revolutionen erlebt… Doch hierzu gibt es mehr in einem unserer nächsten Blogs.

Also: Wir freuen uns auf Euch, denn wir sind immer für Euch da!


Euer Vitakt-Team

21.05.2019

„Erzähl doch mal…“

„Herzensgespräche“ – was steckt dahinter?

Dagobert Hellebrand, einer der Initiatoren von "Herzensgespräche“, erklärt uns in einem Interview die Idee, die hinter dem Projekt steckt.
 

Einsamkeit ist eines der dringendsten sozialen Themen unserer Zeit. Und für uns bei Vitakt auch eines der absoluten Herzensthemen! Immer wieder treffen wir auch bei unserer Arbeit auf Menschen, die sich gerne mitteilen, von sich und ihrem Leben erzählen und einen Austausch mit anderen suchen, diese Möglichkeiten aber gar nicht oder nur eingeschränkt haben. Die Erfahrungen unserer Kolleginnen und Kollegen in der Serviceleitstelle zeigen, dass Gesprächspartner auch bei unseren Kundinnen und Kunden oft Mangelware sind. Die Kommunikation mit den Mitarbeitern in der Zentrale ist oft eine der wenigen Gelegenheiten mit anderen zu reden.

Ein Angebot, das genau dort ansetzt, nennt sich „Herzensgespräche“: Es versteht sich als Gesprächsinitiative und stellt den telefonischen Kontakt zwischen Menschen her, die alle den gleichen Wunsch haben: jemanden zum Reden zu finden und sich mit anderen Menschen auszutauschen. Eine sehr unterstützenswerte Idee, wie wir finden, die wir sehr gerne hier vorstellen möchten. Unser Gesprächspartner Dagobert Hellebrand ist einer der Initiatoren von „Herzensgespräche“ und erklärt uns in einem Interview die Idee, die hinter dem Projekt steckt.

Herr Hellebrand, wie ist die Idee entstanden, eine solche Initiative zu gründen?

Seit vielen Jahren bin ich ehrenamtlich bei der Telefonseelsorge tätig und dort mit mannigfaltigen Themen unserer Anrufer befasst. Im Laufe der Jahre haben sich immer mehr „Alleinsein“ und „Einsamkeit“ als Themen in den Vordergrund geschoben. Diese Erkenntnis gab 2016 letztlich den Ausschlag Herzensgespräche ins Leben zu rufen, um Menschen auf Augenhöhe miteinander zu verbinden und Ihnen durch neue Perspektiven ein facettenreicheres Leben zu ermöglichen. Telefonfreundschaften: leicht gemacht.

Wie erklärt sich der Terminus „Herzensgespräche“?

Wir möchten Gleichgesinnte zusammenbringen, die sich auf Augenhöhe respektvoll begegnen und wohlfühlen. Da gibt es jemanden, der Ihre Meinung schätzt und braucht. Dem es wichtig ist, was Sie denken. Füreinander da sein und das gute Gefühl gebraucht zu werden: so entstehen Herzensgespräche.

Wer steckt hinter den „Herzensgesprächen“?

Herzensgespräche wird von Brigitte Vesenbeckh und mir operativ betrieben. Daneben unterstützen uns bundesweit drei Dutzend Multiplikatoren, die Flyer an Interessierte mit ihren eigenen Worten aushändigen und somit den Erstkontakt herstellen.

Mit der Vitakt GmbH haben wir ein sehr renommiertes Unternehmen aus Rheine für unsere Idee gewinnen können. Vitakt unterstützt unsere Teilnehmer, die selber nicht die Teilnahmegebühren tragen können.

An wen richtet sich Ihr Angebot?

Unser Angebot richtet sich an alle Altersgruppen: es hat sich jedoch im Zeitverlauf herausgestellt, dass die Mehrzahl unserer Teilnehmenden der Gruppe 55 Plus angehören.

Was muss ich tun, um über „Herzensgespräche“ Telefonkontakte zu bekommen?

Es ist sehr unkompliziert Teilnehmer bei uns zu werden: Einfach das Teilnahmeformular auf unserer Internetseite ausfüllen, unterschreiben und an uns senden.

Oder noch einfacher: wir füllen das Formular zusammen mit dem Teilnehmer am Telefon aus und versenden es dann zur Unterschrift. Nach Eingang der unterschriebenen Teilnehmererklärung versenden wir dann die Liste mit den Telefonnummern und das Telefonieren kann beginnen.

Wie können andere Ihre Initiative unterstützen?

Unsere Initiative kann durch Überreichung von sehr ansprechenden Flyern unterstützt werden (die wir gerne zur Verfügung stellen) und auch durch Mund-zu-Mund-Propaganda: einfach auch durch Nennung unserer kostenlosen Service Nummer 0800 2234 888 oder unserer Website: www.herzensgespraeche.net.

Ebenso sind kleine Spenden willkommen, um denjenigen Teilnehmern zu helfen, denen es nicht möglich ist den Monatsbeitrag von 5,- Euro selber aufzubringen.

Was liegt Ihnen persönlich am Herzen?

Unverändert liegt uns unsere Gründungsidee am Herzen: Menschen am Telefon zu vernetzen, damit sich daraus stabile Telefonfreundschaften entwickeln, die bereichern. Und besonders freuen wir uns über Feedback wie: Ich bin froh, dass ich Herzensgespräche beigetreten bin. Oder: Herzensgespräche – Telefonate tun gut.

Mehr über das Projekt „Herzensgespräche“: https://herzensgespraeche.net/

02.04.2019

Auf dem Drahtseil

Pflegende Angehörige zwischen Verantwortung, Liebe und Selbstaufgabe

„Wege weg vom Stress“, so heißt ein Ratgeber für pflegende Angehörige, den unser Partner Daniel de Paola, Inhaber der PROMEDICA PLUS Erkrath, gerade veröffentlicht hat.

In Deutschland steigt die Zahl der Menschen, die gepflegt werden müssen und für die ein Leben in Selbstständigkeit und Unabhängigkeit nicht mehr möglich ist. Hier sind neben den Pflegediensten oftmals die Angehörigen gefordert, die einen Balanceakt zwischen eigenem Leben und der Fürsorge für die Angehörigen leisten müssen. Nicht selten sind sie dabei rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr Ansprechpartner, Versorger, psychischer und physischer Halt, ohne selbst wirklich aufgefangen zu werden. Hinzu kommen finanzielle Sorgen. Hilfen vom Staat gibt es, aber oft nur unzureichend, unüberschaubar und mit großen Hürden verbunden. In Gesprächen mit pflegenden Angehörigen dürfen auch wir bei Vitakt oft Anteil nehmen an Alltagssituationen, die an den Rand der Erschöpfung und der Selbstaufgabe bringen. Psychologische Unterstützung ist trotz vieler Angebote unübersichtlich, oft nicht an die Situation angepasst und schwer fassbar. 

Was tun? Haben wir uns gefragt und sind dabei auf ein sehr interessantes Buch gestoßen, welches einer unserer Vitakt-Partner zu diesem Thema gerade herausgebracht hat. „Wege weg vom Stress“, so heißt es und versteht sich als Ratgeber für pflegende Angehörige. Daniel de Paola, psychologischer Berater und Personal Coach, Dozent und Trainer, Demenzbegleiter und -Berater, Unternehmer und Gründer der PROMEDICA PLUS Erkrath, hat uns in einem kleinen Interview Einblicke in seine eigenen Erfahrungen, Hintergründe und in seine Motivation gegeben, dieses Buch zu schreiben:

Herr de Paola, wie kam es dazu, dass Sie das Bedürfnis gespürt haben so ein Buch zu schreiben?

Ein Buch zu schreiben, war schon lange mein Traum. Es kam allerdings das Leben immer wieder dazwischen. Was ich in der Zeit aber konnte, war, Erfahrungen zu sammeln und mich weiter zu entwickeln. So kam es, dass ich Ende 2017 den Entschluss fasste, es endlich zu tun, egal, wie wenig Zeit ich hatte. Gleich in der ersten Woche des neuen Jahres fuhr ich für einige Tage an die Nordsee, in ein Hotel und legte dort den Grundstein für mein Buch. Bei meinen Recherchen stellte ich erschrocken fest, dass es für die besondere Zielgruppe „pflegende Angehörige“ kaum etwas nutzbares zu dem Thema „Stressabbau“ gibt. Das hat mich zusätzlich angetrieben, denn konnte ich doch nun schreiben, worüber ich mich am allerbesten auskannte. Diese Motivation führte dazu, dass ich am Ende in einem halben Jahr fertig wurde und mein Manuskript ans Lektorat weitergab. Zusammengefasst war es der Drang, ein Buch zu schreiben zusammen mit der Erkenntnis, dass ich etwas schreibe, auf das viele nur warten. Ich kann mit meinen Erfahrungen, meinem Wissen helfen, Schmerzen zu lindern, Familien wieder zusammenzuführen oder für ein besseres Bewusstsein zu sorgen.

Gibt es für Sie einen persönlichen "Leitsatz"/ eine Art Philosophie im Umgang mit zu pflegenden Menschen?

Ja, den gibt es definitiv. Vergiss bei aller Liebe nicht dich selbst! Nur wer selbst Kraft hat, kann auch anderen helfen. Es nützt nichts, einfach nur in den Sumpf mit hineinzuspringen. Wenn ich auf festem Grunde stehe, kann ich zupacken, kann ich helfen, kann ich retten. Stecke ich selbst mit drin, muss ich gerettet werden. 

Was sind für Sie die wichtigsten "Wege weg vom Stress" und wohin führen sie?

Für mich persönlich kann ich das sagen. Ansonsten kann ich das nicht gewichten, denn für jeden ist es ein anderer Weg, sind es andere Impulse, die weg vom Stress führen. Für mich am wichtigsten sind folgende:

- L.M.A.A. – Lächle Mehr Als Andere!

- Willst du etwas ändern, ändere dich selbst!

- Loslassen, um neu greifen zu können.

- Lass die anderen wie sie sind!

All' diese Dinge führen zu einem entspannten Dasein. Ich kann nur mich selbst ändern. Wenn ich das so sehe, höre ich auf, bei anderen die Schuld zu suchen, andere zu verurteilen. Innere Freiheit zu fühlen bedeutet, entscheiden zu können, selbstBEWUSST zu sein und aus diesem Gefühl heraus wieder Zeit und Geduld für seinen Nächsten zu haben. 

Was möchten Sie Ihren Lesern mit auf den Weg geben?

Der Leser darf am Ende des Buches feststellen, dass er kein schlechtes Gewissen haben muss und sich erst recht nicht von diesem Gefühl treiben lassen muss. Weniger von anderen erwarten, auf sich selbst zu hören und die alten Stricke durchtrennen, die für ein unbewusstes Handeln sorgen, das ist alles möglich. Der Leser erkennt, dass eine Pause genauso wichtig ist, wie einen Termin einzuhalten. Meine Leser sind VOR dem Schaden klug.

Wie ist Ihre persönliche Einschätzung der aktuellen Situation von pflegenden Angehörigen in Deutschland? (finanzielle Hilfen, psychologische Unterstützung, Ratschläge für den Weg durch den Behördendschungel)

Die Angehörigen sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Die meisten sehen sich allerdings völlig unerfahren einer Vielzahl an unüberschaubaren Hürden gegenüber. Wer nicht fragt, bekommt keine Antworten. Wer nicht anfordert, bekommt kein Geld. Wer sich nicht auskennt, muss allein klarkommen. Allerdings gibt es in vielen Städten eine sehr positive Entwicklung. Meist verbinden sich dabei Ehrenamt und professionelle Anbieter miteinander zu funktionierenden Netzwerken für die Bürgerinnen und Bürger.

Hier in Erkrath z.B. gibt es das Demenznetzwerk. Wer sich hilfesuchend an eine Institution im Ort wendet, wird automatisch an die richtigen Ansprechpartner weitergeleitet. Die Städte selbst bieten kostenlose Beratung an und helfen dabei, alle Anträge richtig zu stellen. Es ist ebenfalls möglich, von der zuständigen Pflegekasse beraten zu werden. 

Finanzielle Hilfen sind oft nur unzureichend, wenn man bestimmte Vorstellungen von der Pflege hat. Wählerisch darf man also nicht sein, wenn man nicht selbst vorsorgen konnte. 

Psychologische Unterstützung ist trotz der vielen Angebote unübersichtlich und oft nicht an die Situation angepasst. Das versuche ich mit meinem Angebot zu ändern. Die Art von Stress ist in den Pflegesituationen eine besondere. Der Ehepartner ist nicht mehr der, den man liebte, den man kannte. Die Rolle des Kümmerers fällt auf einmal in andere Hände. Bei der Pflege der Eltern fühlt man sich oftmals in alte Verhaltensmuster zurückversetzt. Scham und schlechtes Gewissen vermischen sich zu einem unbekömmlichen Cocktail. Pflegende Angehörige haben ein eigenes Leben, eigene Verantwortlichkeiten, eine Familie, einen Beruf und auch eine eigene Gesundheit, auf die zu achten ist. Die Pflege ist zusätzlich und nimmt nicht selten viel Zeit in Anspruch, die vorher schon kaum da war. Jetzt ist Hilfe besonders wichtig, wenn bei allem Einsatz der Beruf und die Familie und die Gesundheit nicht leiden sollen.

Vielen Dank, Herr de Paola!

Literatur-Hinweis: http://www.wege-wegvomstress.de 

Bei Amazon: https://amzn.to/2UMs524

Im BoD-Buchshop: https://www.bod.de/buchshop/wege-weg-vom-stress-daniel-de-paola-9783748112723

 

Weitere Literatur-Empfehlungen:

https://www.pflegen-und-leben.de/informationen/literaturempfehlungen.html

 

*Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

 

18.02.2019

Vitakt hinter den Kulissen

Die Arbeit in unserer Serviceleitstelle

Mitarbeiterin in der Serviceleitstelle

Wir sorgen uns um unsere Kunden - jeden Tag, rund um die Uhr. Zusammen mit Euch - unseren Vitakt-Partnern. Auch Ihr seid immer im Einsatz - unermüdlich, bei jedem Wetter, zu jeder Zeit. Auch für unsere Kunden! Vielleicht etwas anders, aber trotzdem immer da. So wie wir: Sobald in unserer Serviceleitstelle eine Meldung eingeht, sind wir vor Ort, bei unseren Kunden, in sämtlichen Situationen. Jede Minute dürfen wir hören, beraten, trösten, Hilfe leisten, aber auch lachen, Abenteuer erleben, Hindernisse überwinden, in der Vergangenheit leben, in der Gegenwart überleben und vieles, vieles mehr. In diesem Sinne sind wir Psychologe und Klient, Ratgeber und Ratsuchender, Zuhörer und Erzähler, Sucher und Finder - immer von Ferne, aber trotzdem ganz nah dabei. 

Die Arbeit in unserer Serviceleitstelle, wie sieht die eigentlich aus? Die Frage hören wir oft! Nicht nur von Angehörigen und Kunden, sondern auch von den Partnern, die uns bei allem unterstützen. Wir nehmen Euch mit und zeigen Euch, wie es zum Beispiel bei uns aussieht wenn alles schläft, also - VITAKT BEI NACHT:

03.04 Uhr: „Guten Abend, Frau Meyer*, wie kann ich Ihnen helfen?“ In der Vitakt-Serviceleitstelle in Rheine ist gerade eine Meldung eingegangen und die Mitarbeiterin nimmt über das Hausnotrufsystem Kontakt zur Kundin auf, aus deren Wohnung der Notruf gekommen ist. Da sie die Daten der Kundin auf ihrem Bildschirm sieht, weiß die Mitarbeiterin sofort, mit wem sie nun kommuniziert: Frau Meyer ist 86, herzinfarktgefährdet und leidet an starken Schwindelanfällen. Nun benötigt sie offenbar Hilfe. „Ich fühle mich so allein!“ sagt Frau Meyer. Die Mitarbeiterin der Serviceleitstelle kann Frau Meyer hören, ohne dass sie das Telefon benutzen muss. „Aber Frau Meyer, wir sind doch bei Ihnen“, sagt sie. „Kann ich denn etwas für Sie tun?“ In dem darauffolgenden Gespräch erfährt die Vitakt-Mitarbeiterin, dass Frau Meyer von ihrem Mann geträumt hat, der verstorben ist und ihr sehr fehlt. Sie kann Frau Meyer beruhigen und auch heraushören, dass keine Unterstützung kommen muss.

03.15 Uhr: Herr Peters* hat auf seinen Vitakt-Sender gedrückt und benötigt offenbar Hilfe. Der Vitakt-Mitarbeiter versucht über das Wechselsprechen mit Herrn Peters Kontakt aufzunehmen. Dieser antwortet nicht. Deshalb tut der Vitakt-Mitarbeiter das, was in einem solchen Fall im Vorfeld mit Herrn Peters besprochen wurde: Er benachrichtigt die erste Person in der Kontaktliste, die bei Hilfebedarf zu Herrn Peters kommt. In diesem Fall ist es ein Pflegedienst, der die Hausnotrufbereitschaft für Herrn Peters übernommen hat. Die Mitarbeiterin des Pflegedienstes bestätigt, dass sie zu Herrn Peters fährt. Wieder versucht der Vitakt-Mitarbeiter über das Hausnotrufsystem mit Herrn Peters zu sprechen. Der antwortet jetzt: „Ich bin im Bad gefallen und kann nicht mehr aufstehen“, sagt er. „Hilfe ist unterwegs, Herr Peters“, beruhigt ihn der Vitakt-Mitarbeiter. „Bitte machen Sie sich keine Sorgen, wir bleiben bei Ihnen, bis der Pflegedienst eingetroffen ist!“

03.27 Uhr: „Hallo Frau Meyer, können Sie doch nicht schlafen?“ Die Vitakt-Mitarbeiterin hat noch einmal eine Meldung von Frau Meyer erhalten. „Nein, nicht so richtig.“ Frau Meyer schweigt kurz und sagt dann: „Aber mir geht es gut, ich wollte Ihnen nur sagen, dass ich froh bin, dass Sie auf mich aufpassen!“

03.48 Uhr: Es ist mitten in der Nacht und die meisten Menschen schlafen. In der Vitakt-Serviceleitstelle werden die Meldungen der Kundinnen und Kunden immer noch entgegengenommen und betreut. Immer, zu jeder Uhrzeit, an 365 Tagen.

* Die Namen der Kunden repräsentieren keine real existierenden Personen.

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