Der Vitakt-Blog

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„Wege weg vom Stress“, so heißt ein Ratgeber für pflegende Angehörige, den unser Partner Daniel de Paola, Inhaber der PROMEDICA PLUS Erkrath, gerade veröffentlicht hat.

Der Vitakt-Blog | 02.04.2019

Auf dem Drahtseil

Pflegende Angehörige zwischen Verantwortung, Liebe und Selbstaufgabe

In Deutschland steigt die Zahl der Menschen, die gepflegt werden müssen und für die ein Leben in Selbstständigkeit und Unabhängigkeit nicht mehr möglich ist. Hier sind neben den Pflegediensten oftmals die Angehörigen gefordert, die einen Balanceakt zwischen eigenem Leben und der Fürsorge für die Angehörigen leisten müssen. Nicht selten sind sie dabei rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr Ansprechpartner, Versorger, psychischer und physischer Halt, ohne selbst wirklich aufgefangen zu werden. Hinzu kommen finanzielle Sorgen. Hilfen vom Staat gibt es, aber oft nur unzureichend, unüberschaubar und mit großen Hürden verbunden. In Gesprächen mit pflegenden Angehörigen dürfen auch wir bei Vitakt oft Anteil nehmen an Alltagssituationen, die an den Rand der Erschöpfung und der Selbstaufgabe bringen. Psychologische Unterstützung ist trotz vieler Angebote unübersichtlich, oft nicht an die Situation angepasst und schwer fassbar. 

Was tun? Haben wir uns gefragt und sind dabei auf ein sehr interessantes Buch gestoßen, welches einer unserer Vitakt-Partner zu diesem Thema gerade herausgebracht hat. „Wege weg vom Stress“, so heißt es und versteht sich als Ratgeber für pflegende Angehörige. Daniel de Paola, psychologischer Berater und Personal Coach, Dozent und Trainer, Demenzbegleiter und -Berater, Unternehmer und Gründer der PROMEDICA PLUS Erkrath, hat uns in einem kleinen Interview Einblicke in seine eigenen Erfahrungen, Hintergründe und in seine Motivation gegeben, dieses Buch zu schreiben:

Herr de Paola, wie kam es dazu, dass Sie das Bedürfnis gespürt haben so ein Buch zu schreiben?

Ein Buch zu schreiben, war schon lange mein Traum. Es kam allerdings das Leben immer wieder dazwischen. Was ich in der Zeit aber konnte, war, Erfahrungen zu sammeln und mich weiter zu entwickeln. So kam es, dass ich Ende 2017 den Entschluss fasste, es endlich zu tun, egal, wie wenig Zeit ich hatte. Gleich in der ersten Woche des neuen Jahres fuhr ich für einige Tage an die Nordsee, in ein Hotel und legte dort den Grundstein für mein Buch. Bei meinen Recherchen stellte ich erschrocken fest, dass es für die besondere Zielgruppe „pflegende Angehörige“ kaum etwas nutzbares zu dem Thema „Stressabbau“ gibt. Das hat mich zusätzlich angetrieben, denn konnte ich doch nun schreiben, worüber ich mich am allerbesten auskannte. Diese Motivation führte dazu, dass ich am Ende in einem halben Jahr fertig wurde und mein Manuskript ans Lektorat weitergab. Zusammengefasst war es der Drang, ein Buch zu schreiben zusammen mit der Erkenntnis, dass ich etwas schreibe, auf das viele nur warten. Ich kann mit meinen Erfahrungen, meinem Wissen helfen, Schmerzen zu lindern, Familien wieder zusammenzuführen oder für ein besseres Bewusstsein zu sorgen.

Gibt es für Sie einen persönlichen "Leitsatz"/ eine Art Philosophie im Umgang mit zu pflegenden Menschen?

Ja, den gibt es definitiv. Vergiss bei aller Liebe nicht dich selbst! Nur wer selbst Kraft hat, kann auch anderen helfen. Es nützt nichts, einfach nur in den Sumpf mit hineinzuspringen. Wenn ich auf festem Grunde stehe, kann ich zupacken, kann ich helfen, kann ich retten. Stecke ich selbst mit drin, muss ich gerettet werden. 

Was sind für Sie die wichtigsten "Wege weg vom Stress" und wohin führen sie?

Für mich persönlich kann ich das sagen. Ansonsten kann ich das nicht gewichten, denn für jeden ist es ein anderer Weg, sind es andere Impulse, die weg vom Stress führen. Für mich am wichtigsten sind folgende:

- L.M.A.A. – Lächle Mehr Als Andere!

- Willst du etwas ändern, ändere dich selbst!

- Loslassen, um neu greifen zu können.

- Lass die anderen wie sie sind!

All' diese Dinge führen zu einem entspannten Dasein. Ich kann nur mich selbst ändern. Wenn ich das so sehe, höre ich auf, bei anderen die Schuld zu suchen, andere zu verurteilen. Innere Freiheit zu fühlen bedeutet, entscheiden zu können, selbstBEWUSST zu sein und aus diesem Gefühl heraus wieder Zeit und Geduld für seinen Nächsten zu haben. 

Was möchten Sie Ihren Lesern mit auf den Weg geben?

Der Leser darf am Ende des Buches feststellen, dass er kein schlechtes Gewissen haben muss und sich erst recht nicht von diesem Gefühl treiben lassen muss. Weniger von anderen erwarten, auf sich selbst zu hören und die alten Stricke durchtrennen, die für ein unbewusstes Handeln sorgen, das ist alles möglich. Der Leser erkennt, dass eine Pause genauso wichtig ist, wie einen Termin einzuhalten. Meine Leser sind VOR dem Schaden klug.

Wie ist Ihre persönliche Einschätzung der aktuellen Situation von pflegenden Angehörigen in Deutschland? (finanzielle Hilfen, psychologische Unterstützung, Ratschläge für den Weg durch den Behördendschungel)

Die Angehörigen sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Die meisten sehen sich allerdings völlig unerfahren einer Vielzahl an unüberschaubaren Hürden gegenüber. Wer nicht fragt, bekommt keine Antworten. Wer nicht anfordert, bekommt kein Geld. Wer sich nicht auskennt, muss allein klarkommen. Allerdings gibt es in vielen Städten eine sehr positive Entwicklung. Meist verbinden sich dabei Ehrenamt und professionelle Anbieter miteinander zu funktionierenden Netzwerken für die Bürgerinnen und Bürger.

Hier in Erkrath z.B. gibt es das Demenznetzwerk. Wer sich hilfesuchend an eine Institution im Ort wendet, wird automatisch an die richtigen Ansprechpartner weitergeleitet. Die Städte selbst bieten kostenlose Beratung an und helfen dabei, alle Anträge richtig zu stellen. Es ist ebenfalls möglich, von der zuständigen Pflegekasse beraten zu werden. 

Finanzielle Hilfen sind oft nur unzureichend, wenn man bestimmte Vorstellungen von der Pflege hat. Wählerisch darf man also nicht sein, wenn man nicht selbst vorsorgen konnte. 

Psychologische Unterstützung ist trotz der vielen Angebote unübersichtlich und oft nicht an die Situation angepasst. Das versuche ich mit meinem Angebot zu ändern. Die Art von Stress ist in den Pflegesituationen eine besondere. Der Ehepartner ist nicht mehr der, den man liebte, den man kannte. Die Rolle des Kümmerers fällt auf einmal in andere Hände. Bei der Pflege der Eltern fühlt man sich oftmals in alte Verhaltensmuster zurückversetzt. Scham und schlechtes Gewissen vermischen sich zu einem unbekömmlichen Cocktail. Pflegende Angehörige haben ein eigenes Leben, eigene Verantwortlichkeiten, eine Familie, einen Beruf und auch eine eigene Gesundheit, auf die zu achten ist. Die Pflege ist zusätzlich und nimmt nicht selten viel Zeit in Anspruch, die vorher schon kaum da war. Jetzt ist Hilfe besonders wichtig, wenn bei allem Einsatz der Beruf und die Familie und die Gesundheit nicht leiden sollen.

Vielen Dank, Herr de Paola!

Literatur-Hinweis: http://www.wege-wegvomstress.de 

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