Ehrenamt im Alter

Freiwilliges Engagement

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Ohne ehrenamtliche Helfer könnte in Deutschland vieles nicht funktionieren: Ob in der Gemeinde, bei Hilfsorganisationen, in Betrieben, in Tierheimen, in der Kinder- und Jugendarbeit, in der sozialen Arbeit, in Sport-, Kultur- und Musikvereinen, in Schulen und Kindertageseinrichtungen, in Umweltprojekten, im Pflege- und Gesundheitsbereich, in Bürgerinitiativen und in Stadtteilinitiativen: Ganze Netzwerke und das Gemeinwesen würden zusammenbrechen, wenn sie ohne Ehrenamt auskommen müssten. Es gibt unzählige soziale Projekte und Freiwilligenprogramme, die nur erfolgreich sind, weil sie von ehrenamtlichen Kräften getragen werden.

Altersverteilung

Beim bürgerschaftlichen Engagement

Laut dem Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat engagieren sich in unserer Gesellschaft mehr als 30 Millionen Bürger als Ehrenamtler in den unterschiedlichsten Bereichen des bürgerschaftlichen Engagements. Dieses Engagement hat für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das kulturelle Leben eine immense Bedeutung und ist weltweit einzigartig. Dabei ist der Anteil von Männern und Frauen, die sich freiwillig einsetzen, nahezu identisch. Auch die Verteilung in der Stadt- und Landbevölkerung ist sehr ausgewogen. Anders sieht es bei der Altersverteilung aus: Bis dato engagieren sich hauptsächlich Menschen unter 55 Jahren. Aber auch hier zeichnet sich eine Veränderung ab, denn die Zahl älterer Menschen, die ein Ehrenamt annehmen, steigt stetig. So haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen ab 55 Jahren ehrenamtlich engagiert.

Soziale Verantwortung

Und das hat auch einen Grund: Denn viele Menschen, die sich für ein Ehrenamt „im Alter“ bzw. nach Eintritt ins Rentenalter entscheiden, sind gesundheitlich fit und vital und freuen sich darauf, auch nach dem regulären Arbeitsleben eine für die Gesellschaft sinnvolle Aufgabe zu übernehmen. Sie leben oft allein und können somit frei über ihre Zeit verfügen. Außerdem sehen sie ihr ehrenamtliches Engagement auch als soziale Verantwortung, der sie sich gern stellen möchten.

Welche Ehrenämter gibt es für Senioren?

Sie würden sich gern engagieren, wissen aber nicht so recht, was das Richtige für Sie ist und wo Ihr Einsatz gebraucht wird? Das ist eigentlich nicht so schwierig, denn so bunt wie unsere Gesellschaft ist, so viele Einsatzmöglichkeiten gibt es auch für Senioren: Unterstützung der Besuchs- und Nachbarschaftsdienste, Einsatz in der Kinder- und Jugendarbeit, in der Flüchtlingshilfe, in Sportvereinen, Fördervereinen, bei kulturellen Veranstaltungen, in Seniorenheimen, beim Umwelt- und Naturschutz, in Tierheimen, in der Heimatpflege und vieles mehr. Je nach Ihren Interessen, Ihren Fähigkeiten und Ihren Möglichkeiten eröffnet sich eine breite Palette an Einsatzmöglichkeiten, wo auch Sie ganz bestimmt etwas finden können!

Wo finden sich passende Ansprechpartner?

Menschen, die nach ihrer Familien- oder Berufszeit ehrenamtlich tätig werden möchten, können sich zum Beispiel an die rund 400 Seniorenbüros wenden, die in ganz Deutschland verteilt sind. Außerdem können die Freiwilligenagenturen oder Ehrenamtsbörsen, aber auch Mehrgenerationenhäuser helfen, die es in vielen Städten gibt. Oder hören Sie sich einfach in Ihrer Nachbarschaft oder in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis um: Oft bekommen Sie schon hier gezielte Tipps, wo Ihre Hilfe gebraucht wird. Zum Beispiel, wenn der Kindergarten um die Ecke noch jemanden sucht, der regelmäßig zum Vorlesen kommt. Oder das Tierheim, das hocherfreut über zuverlässige Gassigeher ist. Oder das Seniorenheim, in welchem regelmäßig Leute für Spielenachmittage, Singkreise etc. benötigt werden.

Warum Ehrenamt im Alter?

Ehrenamt bedeutet trotz der Übernahme von Verantwortung und der Aufwendung der eigenen Freizeit auf keinen Fall nur Aufopferung für andere. Engagement lohnt sich und wird belohnt: Mit Dankbarkeit, sozialen Beziehungen und dem besonderen Gefühl, etwas Gutes zu tun. Darüber hinaus ist bekannt, dass soziales Engagement glücklicher, zufriedener und gesünder macht. Durch den Austausch mit anderen Menschen und anderen Generationen bleibt man geistig rege, sozial eingebunden, man fühlt sich gebraucht und wertgeschätzt und erfährt so eine Steigerung der Lebensqualität. Und noch einmal: Sicherlich ist auch für Sie etwas dabei, wenn Sie sich sozial engagieren möchten! Sie werden gebraucht!

Unser Tipp

Eine ausführliche Information über Ehrenamt im Alter und was es dabei rechtlich zu beachten gibt, finden Sie im Internet auf den Seiten der Seniorenbüros, der Freiwilligenagenturen und der Ehrenamtsbörsen, aber auch auf den Seiten einiger Versicherungen.