ES GRÜNT SO GRÜN

GÄRTNERN IM ALTER

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  • Gärtnern wirkt sich positiv auf die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden aus. Viel frische Luft und Bewegung tun dem Körper gut und die Gartenplanung und das Auseinandersetzen mit Pflanzen, Sträuchern und deren Bedürfnissen hält geistig fit.

Doch was tun, wenn Bücken, Heben und schweres Tragen im Alter zunehmend anstrengend werden? Den Garten aufgeben oder jemanden für die Gartenarbeit bezahlen? Das muss nicht sein! Um das Gärtnern im Alter angenehmer zu gestalten, bedarf es lediglich ein paar Tipps und Anregungen – dann klappt es.


Ein altersgerechter Garten

mit Pflegeleichten Pflanzen

Glockenblume, Taglilie, Astern, Pfingstrosen, Stern-Magnolie, Buchsbaum, Hortensie, Fetthenne, Rittersporn... Es ist wichtig, die Pflanzen ihren Bedürfnissen entsprechend zu pflanzen, nämlich am richtigen Standort mit entsprechendem Boden und den richtigen Lichtverhältnissen. So sind Stauden und Co. weniger anfällig für Schädlinge und Krankheiten.

Mehrjährige Stauden machen weniger Arbeit als Sommerblumen und Gemüsegarten

Sicher, die prachtvollen Sommerblumen sehen bezaubernd aus und lassen jedes Gärtnerherz höherschlagen. Doch die bunte Vielfalt macht jedes Jahr aufs Neue viel Arbeit.

Weichen Sie für Ihren Seniorengarten lieber auf Gewächse und Gehölze aus, die langsam wachsen und wenig Pflege benötigen: Mehrjährige Stauden wie die Staudenpfingstrose sind langlebig und mindestens ebenso hübsch anzusehen. Das Beste an ihnen: Sie treiben jedes Jahr wieder aus und wachsen ganz ohne großes Zutun von Jahr zu Jahr prächtiger.

Um sich mühsames Unkrautzupfen zu sparen, können Sie beispielsweise Bodendecker pflanzen. Und statt einer penibel getrimmten Grünfläche, die aufwendig gepflegt werden muss, ist ein Blumenrasen mit Gänseblümchen, Klee und Margeriten schön anzuschauen.

Hochbeete und Blumenkästen mit Wasserspeicher erleichtern die Gartenarbeit

Angefangen bei langstieligen Gartengeräten bis hin zu automatischen Rasenmähern – mittlerweile gibt es viele praktische Helfer jeder Preisklasse, die die Gartenarbeit erleichtern. Selbst wenn Sie noch topfit sind, kann es zum Beispiel sinnvoll sein, mit Ihrem Gemüsebeet in ein rückenschonendes Hochbeet umzuziehen. So beugen Sie von Beginn an Rückenschmerzen vor. Darüber hinaus macht sich ein Hochbeet im Garten auch immer gut als gestalterisches Element, etwa um ein Staudenbeet optisch von dem Setzbereich abzugrenzen.

Wenn es um die Bewässerung des altersgerechten Gartens geht, greifen Sie statt zu der schweren Gießkanne lieber zu einem langen Gartenschlauch. Praktisch sind zudem Blumenkästen und -kübel mit Wasserspeicher oder ein automatisches Bewässerungssystem.

Breite Wege sorgen für Barrierefreiheit

Ab einem bestimmten Punkt im Leben klappt es mit dem Rollstuhl oder Rollator einfach besser. Zu schade jedoch, wenn die Gehhilfe Sie bei der Gartenarbeit hindern würde. Achten Sie am besten darauf, Ihren Garten barrierefrei zu gestalten und denken Sie großzügig: Legen Sie frühzeitig breite, ebene Wege an und vermeiden Sie, wenn möglich, Treppen oder andere störende Hindernisse – das erleichtert Ihnen von Anfang an viele Tätigkeiten. Ansonsten sind auch ein stabiler Handlauf oder eine Rampe, mit der Sie die Treppe überbrücken können, hilfreich.

Keine Bordkanten

Auch eine Sitzgruppe oder Terrassen sollten Sie großzügig und ohne Bordkanten anlegen, sodass Sie alles problemlos erreichen und sich nicht einschränken müssen. Schaffen Sie am besten gleich mehrere Sitzgelegenheiten, auf denen Sie kleine Verschnaufpausen einlegen und Ihren Garten genießen können. Das muss keinen großen Aufwand bedeuten: Ein hübsch eingewachsener gusseiserner Stuhl verwittert nicht und sieht wunderbar malerisch aus.

Die eigenen Ansprüche herunterschrauben

Gerade, wer seit jeher leidenschaftlich gärtnert, hat vielleicht im ersten Moment Schwierigkeiten, sich einzugestehen: Es funktioniert nicht mehr wie früher. Da hilft der Mut zu Gelassenheit.

So banal es klingen mag: Lassen Sie bei der Gartenarbeit mal Fünfe gerade sein. Rückschnitt, Putzen und Ausschneiden von verblühten Knospen sind im Grunde persönlicher Geschmack. Gestehen Sie sich immer wieder Pausen ein – am besten auf der idyllisch gelegenen Gartenbank. Dabei entspannen Sie nicht nur den beanspruchten Körper, sondern können auch die Seele baumeln lassen.

Sie haben einen großen Garten, den Sie früher problemlos bestellen konnten? Nehmen Sie sich einen Abschnitt nach dem anderen vor; ein Rückschnitt muss nicht an allen Beeten gleichzeitig erfolgen. Oder Sie lassen den hinteren Teil als wilde Blumenwiese stehen. Das macht weniger Arbeit und Bienen und andere Insekten werden es Ihnen danken.


TIPP: Gemeinsam ist Gartenarbeit am schönsten!

Sie haben keine Kraft mehr Ihren Garten allein zu pflegen? Nehmen Sie Hilfe von Nachbarn, Bekannten oder Ihren Enkeln an. Zusammen mit anderen in der freien Natur zu werkeln, macht immer noch am meisten Freude und die jüngere Generation kann in Sachen Gartenarbeit mit Sicherheit noch etwas von Ihnen lernen!