Glücksbringer

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Tradition ist, sich zum Ende des Jahres einen "guten Rutsch" zuzurufen und seinem Gegenüber damit zum Jahreswechsel einen guten Neuanfang zu wünschen. Noch in der Silvesternacht haben die Germanen damals versucht, mit Licht und Lärm, heute natürlich bekannt als Feuerwerk, böse Geister zu vertreiben.

Über den Jahreswechsel hinaus gibt es eine "Tradition", die weltweit aus verschiedensten Gründen und Glaubensrichtungen von einer großen Anzahl an Menschen gelebt und geliebt wird: Glücksbringer!

Manche sprechen von ihrem "Talisman". Sportteams und deren Fans erfreuen sich an einem "Maskottchen", das mit der Mannschaft auf dem Platz steht und gemeinsam mit den Fans die Spieler anfeuert.

"Schutzengel" werden in jeglicher Form an Familienmitglieder und Freunde verschenkt und schlummern beispielsweise leise in Klassenzimmern, Autos und in der Aktentasche.

Kleeblätter haben einen christlichen Hintergrund und werden heutzutage zu Silvester gezüchtet, wobei es sich hier um Sauerklee handelt, der von Natur aus vierblättrig ist. Wer aber in freier Natur ein einzelnes, vierblättriges Klee findet, der hat wirklich Glück, denn das ist eher selten.

In Mexiko gibt es kleine Stoffpüppchen (Quitapesares), auf denen die menschlichen Sorgen und seelischen Schmerzen ihrer Besitzer übertragen werden sollen. Verbreitet und beliebt ist ein Traumfänger zum Einfangen von Alpträumen am Kopfende des Bettes.

Es gibt Alltagsgegenstände, die in anderen Ländern eine große Bedeutung haben: Die Maneki-Neko (Winkekatze) ist eher in japanischen, chinesischen oder thailändischen Schaufenstern zu sehen, wo sie Kunden anlocken soll. In Privathaushalten winkt sie entweder mit ihrer rechten Pfote für Reichtum oder mit ihrer linken Pfote für Glück.

Ein Freundschaftsarmband, ein Stift für Prüfungen, besondere Glülckssocken, kleine Edelsteine beispielsweise in Schmuck eingearbeitet, Kuscheltiere in jeder Größe, Polaroid-Fotos, Münzen aus aller Welt... die Liste ist unendlich lang und grenzenlos.


Eine Studie der Uni Köln aus dem Jahr 2010 belegt, dass Glücksbringer tatsächlich etwas bringen!

Unterschiedliche Tests zeigten, dass ein Drittel der Probanden mit Glücksbringern tatsächlich nicht nur zuversichtlicher an eine Aufgabe heranging, sondern diese auch geschickter und ruhiger löste, als die Probanden, denen ihr Glücksbringer zu Beginn direkt wieder abgenommen wurde. Allein der Glaube daran, eine Aufgabe oder Herausforderung mit einem Glücksbringer zu lösen, erweckt also nachweislich Zuversicht und Kraft - vollkommen egal, ob Hufeisen, Action-Figur oder Schlüsselanhänger!