Wenn Augen altern

Den Durchblick behalten

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„Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist Grün.“ Kennen Sie auch dieses Spiel? Wir brauchen kein Spielbrett oder keine Hilfsmittel, nur unsere Augen. Wenn wir allerdings unser Sehvermögen mit dem der Jüngeren – wie zum Beispiel der Enkel – vergleichen, fällt uns der Unterschied möglicherweise auf. Farben sind nicht mehr so kräftig, Details nehmen wir vielleicht nicht mehr so gut wahr. Warum ist das so?

Weitsicht im Alter

Mit 50 fängt es spätestens an. Allmählich wird es schwieriger, Dinge in der Nähe scharf zu sehen. Die klassische Alterssichtigkeit betrifft fast jeden Menschen. Schuld ist die Linse. Im Alter wird sie härter und unflexibler. Die Augenmuskeln haben immer mehr Mühe sie zu verformen, sodass die Naheinstellung nicht mehr so gut gelingt. Zum Glück gibt es Lesebrillen oder Kontaktlinsen, die die Sehschwäche ausgleichen. Da mit zunehmendem Alter die Brillenstärke angepasst werden muss, sollten Sie regelmäßig eine Augenärztin oder einen Augenarzt konsultieren. Diese können dabei die Gesundheit der Augen überprüfen, damit ernsthafte Krankheiten rechtzeitig erkannt werden. Bei der Glaukom-Früherkennungsuntersuchung wird der Augeninnendruck gemessen und der Sehnerv beurteilt. Experten empfehlen diese Untersuchung alle zwei bis drei Jahre.

Sind Ihre Gardinen wirklich so gelb?

Eine der häufigsten Augenkrankheiten im Alter ist der Graue Star beziehungsweise Katarakt. Schuld ist die Linse, die mit der Zeit trüb wird. Die Betroffenen sehen wie durch einen Nebel, Bilder erscheinen auf der Netzhaut unscharf. Bereits bei leichter Linsentrübung nimmt man Farben weniger stark wahr. Weißtöne haben einen Gelbstich und Blau wird weitestgehend herausgefiltert. Falls Sie vom Grauen Star betroffen sind, könnte es Schwierigkeiten bei der Auswahl Ihrer Kleidung geben, weil Sie die Farben im Kleiderschrank nicht mehr richtig sehen können. Bitten Sie Vertraute, Ihnen zu helfen und werfen Sie doch gemeinsam einen Blick auf Ihre Gardinen. Möglicherweise können Sie sich aufwändige Waschgänge der Gardinen sparen, weil sie noch nicht so vergilbt sind, wie Sie denken.

Da die einzige Behandlungsmöglichkeit des Katarakts eine Operation ist, empfehlen sich frühzeitige Präventionsmaßnahmen. Vermeiden Sie Risikofaktoren wie erhöhte Sonneneinstrahlung und starkes Rauchen. Eine gesunde Ernährung ist immer gut. Vor allem Vitamin A und andere Carotinoide wie zum Beispiel im grünen Blattgemüse wirken sich positiv auf die Augenfunktion aus.

Lange selbstbestimmt leben

Individuell optimal angepasste Sehhilfen, regelmäßige augenärztliche Untersuchungen und die konsequente Behandlung von Augenkrankheiten tragen viel zu einem selbstbestimmten Leben bei und erhalten Ihre Lebensqualität.

Unsere Tipps bei Sehschwäche

  • Sorgen Sie für eine gute Beleuchtung, die gleichmäßig helles, angenehmes Licht verbreitet.
  • Vermeiden Sie, dass Sie geblendet werden. Bedecken Sie glänzende Oberflächen in der Wohnung. Stellen Sie Sitzgelegenheiten so auf, dass Sie möglichst mit dem Rücken zum Fenster sitzen.
  • Gestalten Sie Ihre Wohnung kontrastreich. Starke Kontraste und Farben helfen bei der Orientierung.
  • Schützen Sie sich im Freien durch eine hochwertige Sonnenbrille und einen Hut vor direkter Sonneneinstrahlung.
  • Tauschen Sie sich mit den Menschen in Ihrem Umfeld und mit anderen Betroffenen aus.
  • Trauen Sie sich, um Hilfe zu bitten.
  • Lassen Sie sich von Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt über optische und elektronische Hilfsmittel, wie zum Beispiel spezielle Lesehilfen beraten.