SELBSTVERTEIDIGUNG
MIT DEM KRÜCKSTOCK

ANGST BEGINNT IM KOPF – MUT AUCH

Sich selbstbewusst draußen auf der Straße bewegen, nicht ängstlich sein, obwohl die Kräfte
langsam nachlassen und körperliche Herausforderungen mehr werden – das wünschen
wir uns alle! Aber kennen Sie das auch? Allein durch den Park gehen, sich sicher durch eine Menschenmenge bewegen – schon beim Gedanken daran kommt besonders bei älteren
Menschen ein ungutes Gefühl auf und sie sind in Alltagssituationen auf der Straße schnell verunsichert.

Hier können Selbstverteidigungskurse für Senioren helfen: Sie werden deutschlandweit angeboten und zeigen den Teilnehmenden, wie sie sich in unangenehmen oder bedrohlichen Situationen richtig verhalten.

Denn selbstbewusstes Auftreten vermeidet, dass wir von vornherein die Opferrolle übernehmen. Und es ist erlernbar!

Sich in Notsituationen richtig verhalten

Die Kurse vermitteln Selbstsicherheit durch einfache, aber effektive Techniken – auch mit einem Gehstock oder dem Regenschirm. Ausgebildete Trainer wenden Basiselemente aus der Sturzprophylaxe und aus der Kampfkunst an und schulen vor allem Koordination und Beweglichkeit. Sie möchten Ihnen zeigen, wie man sich in Notsituationen richtig verhält.

Wichtig ist: Diese Kurse sind speziell auf die ältere Zielgruppe ausgerichtet und die Techniken werden auf die körperlichen Möglichkeiten der Teilnehmenden individuell zugeschnitten. Auch Gespräche über mögliche Gewalt, über die Konfrontation und den Umgang mit Aggressionen tun gut und gehören zu den Kursinhalten. Und das Training zeigt: Man kann sich auch ohne viel Kraft verteidigen! Vorkenntnisse sind bei diesen Kursen nicht erforderlich und es wird keine Fitness oder Ausdauer erwartet.

Welche Techniken vermitteln die Kurse?

In den Trainings werden unterschiedliche Methoden vermittelt, die es ermöglichen, dass man sich gezielt wehren kann: Der sichere Stand ist zum Beispiel eine wichtige Grundvoraussetzung, denn wer die Füße hüftbreit auseinander und leicht diagonal stellt, kann nicht so leicht weggestoßen werden. Das ist nicht nur die beste Grundlage für eine gute Verteidigung, sondern ermöglicht auch eine selbstbewusste Körpersprache. Zusätzlich werden verschiedenste Formen der Abwehr und der Verteidigung, auch mit einem Krückstock, gezeigt. Allen Selbstverteidigungskursen und -Techniken ist aber eines gemeinsam: In erster Linie soll der Spaß an der Bewegung und das Erlebnis, dieses mit anderen zu teilen, im Vordergrund stehen! Zudem wird vor allem das Selbstbewusstsein gestärkt, denn es bietet eine gute Basis, einer heiklen Situation adäquat zu begegnen, wenn es nicht gelingt, sie gänzlich zu vermeiden.

Darf ich den Krückstock als Waffe einsetzen?

Generell gilt: Jede Selbstverteidigungstechnik hat ihren Wert. Je mehr wir können, desto besser können wir uns verteidigen. Haben Sie aber zusätzlich einen Stock oder einen Regenschirm dabei, so ist es nur naheliegend, ihn im absoluten Notfall zu Ihrem Schutz auch zu benutzen. Er ist einsetzbar wie eine Waffe und als Mittel der Selbstverteidigung "legal". Allerdings wirklich ausschließlich, wenn Sie sich in akuter Not befinden, denn dann haben Sie das Recht, sich zu wehren. Auch mit einem Gehstock! Die Rechtslage und rechtliche Belange werden in den Selbstverteidigungskursen ebenfalls besprochen und diskutiert. So ist zum Beispiel auch der Notwehrparagraph (§ 32 Strafgesetzbuch) Thema: Er liegt zugrunde, wenn Sie in Notwehr handeln und dabei Ihren Krückstock einsetzen.

Training macht den Meister!

In allen Kursen bekommt man Gelegenheit, die Techniken zu üben. Nur durch Wiederholung wird man sicher! Die Kurse bestehen aus aufeinander aufbauenden Einheiten. Das Erlernte zu wiederholen, ist der beste Weg. Es werden keine Kämpfe ausgetragen und geübt wird an sogenannten "Pratzen": Das sind Schlagpolster, die die Schläge abfangen. Niemand geht mit blauen Flecken nach Hause!

Wo finde ich Selbstverteidigungskurse
für Senioren?

Wenn Sie einen Selbstverteidigungskurs besuchen wollen, wenden Sie sich an Kampfschulen oder Seniorenberatungsstellen in Ihrer Stadt. Auch im Internet findet man viele Informationen zu Verteidigungskursen für Senioren.

Sehr zu empfehlen ist auch ein Besuch der Initiative "Cane-Fu" von Dr. med. Jan Fitzner.